BarockStraße SaarPfalz - Die Partner

Besuchen Sie vier lebendige Städte: Ottweiler, Zweibrücken, Blieskastel und Saarbrücken – die früheren Residenzen der Fürsten von Nassau-Saarbrücken, der Herzöge von Pfalz-Zweibrücken und der Grafen von der Leyen, drei einander eng verbundene Herrscherhäuser mit ihren kleinen Reichen nahe dem großen Frankreich.
Nach den grauenvollen Kriegen des 17. Jahrhunderts schufen Baumeister, Handwerker und Künstler aus ganz Europa an der Saar, der Blies und dem Schwarzbach prächtige Residenzen und wunderbare Kunstwerke. Vieles ist in der Französischen Revolution hinweggefegt worden.
Doch noch immer bilden unsere Barockbauten einen stilvollen Rahmen für Musik, Kunst und Kulinarik. Auf den Festen, in der Gastlichkeit und im Savoir Vivre lebt das barocke Lebensgefühl weiter.
Lassen Sie sich treiben. Über das Auf und Ab unseres Hügellandes, mit seinen weiten Ausblicken, durch unsere dichten Wälder, den früheren Jagdrevieren der Herrschaft, mit Jagdsitzen und kleinen Lustschlössern – heute beliebten Ausflugszielen im Grünen.
Folgen Sie auch den Spuren von Handwerk und früher Industrie. Fürsten, Herzöge und Grafen liebten das luxuriöse Leben. Porzellan wurde als „Weißes Gold“ in Ottweiler und in Zweibrücken in exklusiver Auflage gefertigt. Das gewonnene Wissen war die Basis für die spätere industrielle Massenfertigung. Mit dem „Schwarzen Gold“, nach dem die ersten Bergleute im Saarkohlenwald gruben, begann die Zeit der Industriefürsten. Es dröhnten Tag und Nacht die Eisenhämmer und läuteten die Industriezeit ein.
Sie sind so frei, die gesamte Route von Ottweiler nach Saarbrücken – oder von Saarbrücken nach Ottweiler – zu erfahren, so kommen 250 Kilometer zusammen. Ebenso reizvoll ist es, einzelne Städte anzusteuern und zu erkunden. Oder ins Grüne zu fahren und durch Wälder und Wiesen zu ziehen.
Machen Sie sich auf Tour: schon der junge Goethe war – obwohl nur mit einer Pferdestärke ausgestattet - begeistert.
Ottweiler
Von Hofhaltung, einer Gänsegretel und dem Witwenpalais
Fürst Wilhelm Heinrich von Nassau-Saarbrücken war ein großer Förderer von Baukunst und Wirtschaft. In Ottweiler ließ er für seine Frau Sophie Erdmuthe ein Stadtpalais errichten, ihr späteres Witwenpalais. Auf fürstliche Initiative entstand eine Porzellanmanufaktur, deren Öfen erstmals mit Steinkohle befeuert wurden.
Ungezügelte Bauleidenschaft und pompöse Hofhaltung aber hinterließen dem Sohn, Fürst Ludwig von Nassau-Saarbrücken, einen riesigen Schuldenberg. Dessen zweite Heirat wäre heute eine wunderbare Geschichte für die Klatschpresse: Der Aufstieg eines Bauernmädchens, im Volksmund Gänsegretel von Fechingen genannt, zur Reichsgräfin von Ottweiler.
Auf Wunsch schlüpft die Reichsgräfin in die neuzeitliche Rolle der Stadtführerin. Im Witwenpalais ist das seltene Ottweiler Porzellan zu bewundern. Auf einer Altstadttour gibt es an allen Ecken und Flecken Historisches zu entdecken. Schön am Ufer der Blies: der Pavillon mit barockem Rosengarten.
Homburg – Blieskastel – St. Ingbert
Von Karlsberg, einer Orangerie und der Alten Schmelz
Wer Karlsberg hört, denkt erst einmal nicht an den Ruhm des einst imposanten Schlosses von Karl II. August von Zweibrücken und an seinen Architekten Christian von Mannlich. Heute steht Karlsberg für die Geschichte eines Hopfengetränkes. Bier wurde schon in barocker Zeit gebraut, doch Berühmtheit erlangte zu jener Zeit das Schloss mit seinem Kulturleben und der Gemäldegalerie. Die Gemälde waren dann der Grundstock für die Alte Pinakothek in München.
Ein Bummel im verwinkelten Von der Leyen-Städtchen Blieskastel mit einem Besuch der Schlosskirche über der Altstadt ... das erfüllt barocke Erwartungen. Mitten im Grünen die Lustschlösser der Marianne von der Leyen am Niederwürzbacher Weiher: der Annahof und Monplaisir.
Im Kern barock und für viele überraschend: die Alte Schmelz in St. Ingbert, heute ein einzigartiges Ensemble der Industriekultur, das auf seine Erweckung wartet.
Zweibrücken – Hornbach
Von einem Schweden, einem Polen und weissem Gold
Anfang des 18. Jahrhunderts nahm Zweibrücken unter dem schwedischen König Karl XII. seinen Aufschwung. Schon damals wussten die Schweden den Wohnstil zu prägen. Das von Jonas Erikson Sundahl geschaffene Residenzschloss ist ein beeindruckendes Beispiel für einen klaren, nordisch geprägten Barock.
Für die barocke Lebensfreude steht die Parkanlage Tschifflick, die von dem hier im Exil lebenden Polenkönig Stanislaus Leszczynski prächtig angelegt wurde. Heute ist Tschifflick mit der Fasanerie ein romantischer Ort der Einkehr.
Nehmen Sie sich Zeit für den ausgeschilderten Rundgang durch die Geschichte Zweibrückens.
An einem der schönsten Plätze der Region, dem unter Christian IV. entstandenen Herzogsplatz, finden Sie das Stadtmuseum mit Gemälden, Grafiken, Möbeln und dem seltenen Zweibrücker Porzellan.
Unweit von Zweibrücken das Kloster Hornbach, ein faszinierendes Beispiel geschichtlichen Wandels – vom Mittelalter über den Barock bis in die heutige Zeit.
Region Saarbrücken
Von Fürsten, Stengel und einem Brennenden Berg
Im Dienste der Fürsten Wilhelm Heinrich und Ludwig gab
Baumeister Friedrich Joachim Stengel Saarbrücken ein neues, barockes Gesicht. Die Ludwigskirche, Stengels Meisterwerk, der lebhafte St. Johanner Markt und das Stadtschloss – architektonisch eindrucksvoll weiterentwickelt – markieren noch heute die Eckpunkte der Stengel´schen Stadtanlage. Die Stengelpromenade lädt zu einem erlebnisreichen Rundgang.
Jagdschloss Karlsbrunn, Püttlinger Schlösschen und die Fürstenwiesen um das ehemalige Jagdschloss Philippsborn sind Zeugnisse fürstlicher Jagdleidenschaft in den umliegenden Wäldern.
Abseits der Herrschaftshäuser: Handwerk und frühe Industrien. In Sulzbach wurde Salz gewonnen. Am nahegelegenen Brennenden Berg schwelt seit über 300 Jahren ein Kohleflöz. Im Saarkohlenwald entstanden erste Kohlengruben, Eisenschmelzen und Alaunhütten, Grundlage späteren Reichtums des Industriezeitalters.
Technische Meisterleistungen jener Zeit bestaunen Sie in der Ölmühle Berschweiler und in Uhrmacher Otto´s Bauernhaus in Köllerbach.
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