Kinder und Eltern von Anfang an fördern
Das Vorbild, die „blaue Karte“ in Stuttgart wird nach Informationen der Stadt vorrangig für Freizeitmaßnahmen in Anspruch genommen. In erster Linie werden Zoobesuche und Besuch in Frei- und Hallenbädern mit der Chipkarte „bezahlt“. Bildungsangebote die von Frau von der Leyen favorisiert werden, wie Musikschulen, Vereinsbeiträge für musische und kulturelle Bildung und Hausaufgabenhilfen stellen gemeinsam weniger als ein Viertel der Inanspruchnahme dar.
Um die Bildungschancen der Kinder zu erhöhen, bedarf es deshalb auch einer Steuerung auf der kommunalen Ebene, damit die Ansprüche, die an die Förderung durch Sachleistungen gestellt werden, auch zielführend bei den Kindern ankommen.
Der Saarpfalz-Kreis geht seit Jahren einen anderen, recht erfolgreichen wie nachhaltigen Weg. Jugendamtsleiter Klaus Guido Ruffing: „Mit der Einführung des Familiengutscheins beim Saarpfalz-Kreis erreichen wir alle Kinder und deren Eltern – unabhängig von den Einkunftsgrenzen. Den Gutschein gibt es für Kinder von 0 bis 3 Jahren. Er ist aber auch übertragbar. So können Eltern, die zwei oder drei Kinder haben, über einen längeren Zeitraum von den Möglichkeiten des Gutscheins profitieren.“ Der Gutschein gilt nämlich 3 Jahre lang.
Hinter dem Gutschein des Saarpfalz-Kreises ist ein dichtes Netz von Partnern gewebt. Unter anderem dabei sind die Katholischen Erwachsenen-Bildung, das Familiehilfezentrum oder das Frauenbüro des Saarpfalz-Kreises sowie viele freie Träger der Wohlfahrtshilfe, die allesamt zahlreiche Kurse und Aktivitäten in ihren Programmen zu bieten haben. Von Babyschwimmen über den Kurs „Das Baby verstehen“ und Informationen über gesunde Ernährung im Kindesalter sowie Fachvorträge mit Erziehungstipps, zum Beispiel für pubertierenden Mädchen und Jungen – der Familiengutschein öffnet viele Möglichkeiten, Kindern wie Eltern etwas Gutes zu tun.
Dieser Gutschein ist einzigartig im Saarland. Da er an alle Kinder und deren Eltern ausgegeben wird, erzielt man damit eine Gleichbehandlung und weist die Nutzer nicht als Leistungsempfänger von staatlichen Unterstützungsleistung aus.
Der Saarpfalz-Kreis wünscht sich, dass die neu geplanten Sachleistungen für Kinder und Jugendliche, insbesondere im Bildungsbereich Wirkung zeigen. Landrat Lindemann: „Gerade in Zeiten des demographischen Wandels ist es wichtig, dass wir unsere jungen Menschen so bilden, dass sie im zunehmend anspruchsvolleren Arbeitsmarkt bestehen können und somit unsere Wirtschaft in Zeiten der Globalisierung wettbewerbsfähig bleibt“. Vorrangig soll deshalb in Maßnahmen um Kindertageseinrichtungen und die Schule investiert werden. Schwerpunkte wären beispielsweise eine weitere Verbesserung der Hausaufgabenbetreuung und die Übernahme der Kosten für ein Essen in den Nachmittagsangeboten der Jugendhilfe und der Schulen.
Hildegard Johann-Wagner, Leiterin des Familienhilfezentrums: „Hiervon würden alle Schüler profitieren und zugleich würde das gemeinsame Essen auch als wichtiger Bestandteil des sozialen Lebens noch einmal in den Vordergrund gerückt“. Ein gemeinsames Mittagsmahl einnehmen bietet neben dem reinen Essen viele Gelegenheiten für soziales Lernen und Zurechtkommen in der Gemeinschaft.
Auf den Familiengutschein des Saarpfalz-Kreises ist Landrat Clemens Lindemann sehr stolz, „weil wir wissen, wie wichtig bereits im frühen Lebensalter die Förderung von Kindern ist, Experten sprechen seit langem davon, dass sie ersten beiden Lebensjahre für die Kinder sehr nachhaltig prägend sind und damit auch schon früh Weichenstellungen für den weiteren Lebensweg gestellt werden. Ein großer Dank geht an alle Träger und Mitstreiter, die durch ihr Engagement ein so tolles Angebot im Kreis ermöglichen. Sehr gut bei dem Familiengutschein ist, dass sowohl Kinder als auch Eltern die Möglichkeit haben, persönliche und soziale Kompetenzen zu fördern und zu stärken“.
