„Sind hier viele Schmetterlinge!“
Eine gute halbe Stunde später konnte die sechste Klasse von der Dipl. Biologin Ute Hund und der Dipl. Geografin Heike Welker in Wittersheim in Empfang genommen werden.
„Sind hier viele Schmetterlinge!“, riefen die ersten Schüler/innen schon beim Aussteigen aus dem Bus. Noch erstaunter waren die meisten als sie erfuhren, dass die Streuobstwiesen nahezu 3500 unterschiedlichen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum bieten.
Bei strahlendem Sonnenschein ging es dann durch die Obstwiesen hoch zum Kulturlandschaftszentrum Haus Lochfeld. Unter Leitung der beiden Zertifizierten Natur- und Landschaftsführerinnen wurde dabei Umweltwissen methodisch vermittelt. Begriffe wie „Naturraum“ und „Kulturlandschaftselement“ stießen dabei auf erstaunliches Interesse bei den Sechstklässern. Im Schatten eines Apfelbaumes, inmitten von duftendem Heu, begaben sie sich auf einer Phantasiereise in die Zeit der Entstehung von Sandstein und Muschelkalk. Später konnten sie beim Probieren die Unterschiede zwischen Äpfeln aus Plantagen und Streuobstwiesen herausfinden.
Am Haus Lochfeld angekommen, und bei nunmehr 32 Grad im Schatten, wussten nun alle, dass der Bliesgau klimatisch begünstigt ist. Deshalb bedurfte es auch keiner weiteren Erklärung zur Existenz des dort rekultivierten Weinbergs.
Nachdem man sich bei einem Glas kühlem Apfelsaft, bereitgestellt vom Kioskwirt Helmut Kihl, im Schatten ausgeruht hatte, wurde anschließend gemeinsam das Mittagessen zubereitet. Kirschpfannkuchen sollten es werden. Während die Stärksten der Klasse mit handbetriebenen Mahlsteinen aus Getreide das benötigte Mehl mahlen durften, rührten die Restlichen in mehreren Schüsseln den Teig an. Dabei verwendeten sie ausschließlich regionale Produkte. Der Grundgedanke der Biosphärenreservate, als einmalige Kulturlandschaften, in denen der Mensch sein Auskommen hat, wurde ihnen einmal mehr verdeutlicht. Eng wurde es mit den Kirschen, waren doch die Vögel schneller. Eine Lösung fand sich jedoch schnell. Im Beerengarten gab es die ersten reifen Johannisbeeren, und Äpfel waren auch noch da. Mit Zimt und Zucker konnten dann alle die köstlichen Pfannkuchen genießen.
Gut gelaunt ging es danach zur genauen Betrachtung einer Salbei-Glatthaferwiese. Trotz flirrender Hitze sammelten die Schüler/innen eine ansehentliche Anzahl an Blütenpflanzen und Gräsern, die sie anschließend mit den vorbereiteten Bestimmungskärtchen zuordnen konnten.
Begeistert bauten die Kinder zum Abschluss kleine Insektenhotels. Mit großem Geschick und gegenseitiger Hilfe schraubten alle ihre Holzhäuschen zusammen, die sie mit nach Hause nehmen konnten. Zuletzt stand noch das Bestücken mit hohlen Stöckchen aus. Leider ist an diesem Tag die Zeit wohl etwas schneller vergangen. Um 16:30 Uhr sollte die Klasse wieder zurück in Homburg sein. „Kein Problem, das machen wir morgen im Werkunterricht fertig“, klärte Herr Reiland spontan die Situation, „dann können wir uns alle noch einmal an dieses schöne Erlebnis erinnern“.
Das Streuobstwiesenkonzept am Haus Lochfeld: Am Beispiel der Streuobstwiesen sollen Schüler die gewachsene Kulturlandschaft sehen, verstehen und begreifen. Sie werden dabei an ein Naturverständnis herangeführt, das im Idealfall später die Grundlage für ökologisch sinnvolles Handeln bildet.
Da „Liebe zur Natur allein nicht genügt, um sie schützen und erhalten zu können…“ (Richtlinien für die Umwelterziehung an den Schulen im Saarland; 1994) vereint das naturpädagogische Konzept methodische Wissensvermittlung mit Spielen, kleinen Naturschutzprojekten und der Verarbeitung eines Produktes aus der Streuobstwiese.
Zur Durchführung eignet sich dafür in besonderer Weise das inmitten von Streuobstwiesen gelegene Kulturlandschaftszentrum Haus Lochfeld in Wittersheim. In seinen Anlagen veranschaulicht es nahezu alle den Bliesgau charakterisierenden Kulturlandschaftselemente. Daneben bieten die Räumlichkeiten des energetisch weitgehend autarken Hauses vielfältige Möglichkeiten für Schulklassen.
Weitere Informationen zu Haus Lochfeld und seinem Angebot erhalten Sie bei der Kreisverwaltung in Homburg von Waltraud Stephan-Diener (104-8019) und Christian Stein (104-8411).

