ECOPASS
Im Rahmen des Projektes sollen zunächst die Istdaten des Raumes und der bisherigen Studien erfasst und dokumentiert sowie gleichzeitig daraus Maßnahmen- und Entwicklungsschwerpunkte abgeleitet werden.
Grundsätzlich gilt es, den grenzüberschreitenden ländlichen Raum durch geeignete Maßnahmen zur Entwicklung der Kulturlandschaft als auch zur Verbesserung des präventiven Umweltschutzes zukunftsfähig zu gestalten:
Es werden daher folgende Handlungsschwerpunkte definiert:
- Erfassung, Beschreibung und Analyse des grenzüberschreitenden Raumes durch Erarbeitung gemeinsamer Studien und Planungsdokumenten
- Abstimmung gemeinsamer Leitlinien und Schaffung eines Netzeswerkes im Bereich Politik und Verwaltung und Unterstützung konkreter Implementierungsstrukturen
- Durchführung gemeinsamer Veranstaltungen, Konferenzen, Seminaren und Öffentlichkeitsarbeit
- Auf- und Ausbau zweier Umweltzentren zur Dokumentation der gemeinsamen Arbeit und zur Stärkung eines gemeinsamen Bewusstseins für eine gemeinsamen Natur- und Kulturraum
- Durchführung von ausgewählten Pilotprojekten zur nachhaltigen Entwicklung des grenzüberschreitenden ländlichen Raumes, zur Entwicklung der grenzübergreifenden Kulturlandschaft sowie zur Verbesserung des präventiven Umweltschutzes, insbesondere dem vorbeugenden Hochwasserschutz und der naturnahen Entwicklung der grenzüberschreitend „wirkenden“ Gewässer
Der Saarpfalz-Kreis wird innerhalb des Ecopass-Projektes folgende Teilprojekte übernehmen:
I. Theoretische Vorarbeit:
1. In einer ersten Phase sollen die bisher schon bekannten Untersuchungen des gemeinsamen grenzüberschreitenden Raumes erfasst, zusammengestellt und so analysiert werden, dass die Schwerpunkte der weiteren gemeinsamen Arbeit zur Entwicklung einer gemeinsamen Raumidentität herausgestellt werden. Dabei soll vor allem der zusätzliche Handlungs- und Kooperationsbedarfs auch bezüglich der Einbindung der Bevölkerung ermittelt und aufgezeigt werden.
Auf dieser Grundlage soll dann die weitere Arbeit sowie die Projekte mit den Vereinen und Verbänden einschließlich der Bevölkerung festgelegt werden.
In der zweiten Phase wird insbesondere die Kulturlandschaft des gemeinsames Kultur- und Naturraumes an der Grenze analysiert im Hinblick auf den Bedarf, die Notwendigkeit und die Sinnhaftigkeit von Maßnahmen und Projekten im Bereich der Kulturlandschaftspflege (Streuobstwiesen, historische Weinberge, Kopfweiden) und im Bereich der Gewässerentwicklung und des vorbeugenden Hochwasserschutzes (Bedarfs- und Strategieermittlung zum Hochwasserschutz).
Auch hierbei wird das Hauptaugenmerk darauf gelegt, dass die Projekte mit Vereinen und Verbänden sowie der Bevölkerung mit grenzüberschreitender Wirkung ausgeführt werden. Im Speziellen soll insbesondere auch die Machbarkeit der ökologischen Verbesserung des Bliesverlaufs und des Hochwasserabflusses bei Mimbach untersucht werden.
II. Praktische Durchführung von Mikroprojekten zur Inwertsetzung des Grenzraumes und zur gemeinsamen Identitätsbildung in der Grenzregion unter Einbindung der Bevölkerung
1. Bau- und Einrichtungsmaßnahmen in der Kulturlandschaft
Typische Landschaftselemente der Kulturlandschaft im binationalen Kulturraum Saarpfalz- Kreis, Saargemünd – Bitscherland sind die Streuobstwiesen, die trockenen, ehemaligen Weinbergsterrassen an den Hängen der Fließgewässer, die Kopfweiden der Bachläufe sowie die charakteristischen Fließgewässer. Diese Landschaftselemente sollen an ausgesuchten Standorten restauriert, gepflegt und durch Pflanzungen reaktiviert werden. Die binationale Beschilderung der Maßnahmen- Standorte soll diese im Raumzusammenhang aufwerten, die Funktion der Landschaftselemente erläutern sowie über eine Corporate-design- Gestaltung zu einer Raumidentität bei der einheimischen Bevölkerung und den Besuchern beitragen. Für die einzelnen Projekte werden Baukosten, Einrichtungskosten sowie Fremdleistungen geltend gemacht.
2. Maßnahmen zum vorbeugenden Hochwasserschutz
Der Saarpfalz- Kreis wird kleinere Maßnahmen, die die prioritären Hochwasserschutzmaßnahmen des französischen Partners unterstützen, insbesondere bezüglich des Anschubs eines gemeinsamen Hochwasserfrühwarnsystems durchführen.
III. Durchführung von Umweltbildungsmaßnahmen zur ökopädagogischen Animation der Bevölkeung beiderseits der Grenze sowie zum Erfahrungsaustausch von Zielgruppen in Verwaltung, Politik und der Bevölkerung
1. Durchführung von regelmäßigen Umweltseminaren zum fortlaufenden Erfahrungsaustausch auf dem Gebiet des Umwelt- und Naturschutzes und der Landschaftsentwicklung innerhalb der Partnerschaft zum weiteren Identitätsgewinn bezüglich des gemeinsamen Kultur- und Naturraums und der gemeinsamen Maßnahmen.
2. Unterstützung des ökopädagogischen Animationsprogramms des Zweckverbandes „Saar-Blies-Gau / auf der Lohe“ innerhalb des Ecopassprojektes um den gemeinsamen Natur- und Kulturraum möglichst binational erleb- und erfahrbar zu machen. Am Kulturlandschaftszentrum Haus Lochfeld, am ökologischen Schullandheim Gersheim, am Maison d´environement sowie in der Kulturlandschaft des grenzüberschreitenden Raums sollen verschiedene ökopädagogische Animationsmaßnahmen stattfinden, die vom Saarpfalz- Kreis unterstützt werden.

